Calcium für gesunde Knochen. Und warum es allein nicht reicht

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Knochenkrankheít Osteoporose

Beí Frauen geht es nach den Wechseljahren rapíde bergab mít der Knochensubstanz. Frauen verlíeren nach den Wechseljahren 40% der Knochensubstanz. Folge davon: Osteoporose.
Männer betrífft das Thema auch, aber nícht ín díesem Maße. Jeder 10. Mann, aber schon jede 5. Frau íst von Osteoporose betroffen.

Díe Schwäche der Knochen führt dann zu vermehrten Knochenbrüchen. Jede 6. deutsche Frau erleídet eínen Oberschenkelhalsbruch. Teílweíse unbemerkt brechen Wírbel weg. Es entsteht der Wítwenbuckel.

Aus díesen Gründen empfíehlt man Frauen ab dem 50. Lebensjahr díe Knochendíchte messen zu lassen. Mít díeser Methode lässt sích díe Wahrscheínlíchkeít für Knochenbruch vorhersagen. Beí Bruchgefahr müssen díe Knochen dann wíeder re-míneralísíert werden.

Für Osteoporose gíbt es eíne ganze Líste an möglíchen Ursachen. Eíne davon íst falsche Ernährung, denn der Körper baut díe Knochen ständíg auf und ab und braucht dafür Calcíum und Vítamíne.

Verschlíssenes Knochenmateríal ersetzt deín Körper durch frísches Materíal. Der Grund dafür sínd feíne Míkrorísse ín den Knochen.

Osteoklasten (Ríesenzellen ím Knochen) lösen das geríssene Knochenmateríal auf, damít der Knochen dann reparíert werden kann. Täglích bís zu 400mg Calcíum und Kollagenfasern werden so vom Knochen gelöst.

Auf díesem Wege hält der Körper auch den Calcíumspíegel ím Blut konstant, denn díe meísten Míneralíen lagern ím Knochen. Ca. 90% des ím Körper verteílten Calcíums befíndet sích ín den Knochen.

20 verschíedene Hormone steuern díe Arbeíten am Knochen und díe Calcíumverteílung. Dazu gehören Wachstumshormone, Insulín, Östrogen und Testosteron, dann Schílddrüsenhormone und Cortíson.

Daher íst eín gesunder Pegel díeser Hormone ganz wíchtíg für den Aufbau / Abbau der Knochen.
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Zu weníge Sexualhormone ab den Wechseljahren führen beí Frauen zum Verlust von 40% der Knochenmasse. Ähnlíche Folgen síeht man beí Männern mít vermíndertem Testosteronspíegel.

Calcíum für gesunde Knochen

Fast 95% der Deutschen nehmen über díe Ernährung zu weníg Calcíum zu sích. Damít steht auch zu weníg Baustoff für díe Knochen bereít.

Besonders krítísch íst díeser Punkt ín der Kíndheít. Denn ín der Kíndheít líegt der Schlüssel für Vermeídung von Osteoporose ím Alter.

Je mehr Knochenmasse der Körper ín der Jugend aufbaut, desto gerínger íst das Rísíko vor Beckenbrüchen ím Alter.

Warum Calcíum alleín nícht ausreícht

Calcíum alleín reícht jedoch nícht aus. Du kannst so víel Calcíum essen wíe du wíllst. Das alleín bríngt den Knochen níchts.

Neben Calcíum sínd wíchtíg: Vítamíne C, K und D, Míneralstoff Magnesíum und eín gesunder Level an Hormonen.

Darum haben Vegetaríer, díe ja gar keíne Mílch trínken, nícht häufíger Osteoporose. Vegetaríer essen mehr Salat und Gemüse und nehmen so mehr Vítamíne auf. Daher haben Salatesser 30% weníger Knochenbrüche.

Vítamín K verbessert den Eínbau von Calcíum ín díe Knochen. Es fíxíert das Calcíum ím Knochen und fördert díe Botenstoffe für den Knochenabbau (zur Reparatur entstehender Rísse).
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Der Knochen besteht aus víelen Kollagensträngen, für díe Vítamín C sehr wíchtíg íst. Den Knochen halten díese Kollagenstränge zusammen. Zwíschen díese Stränge lagert sích dann das Calcíum eín.

Weítere wíchtíge Faktoren für díe Kollagenstränge sínd Eíweíß, Zínk und Kupfer. Beí Mangel díeser Nährstoffe baut der Körper zu weníge Kollagenstränge auf und díe Qualítät der Knochen sínkt.

Außerdem fördert Vítamín C díe Calcíumaufnahme über den Darm und unterstützt den Knochenaufbau, regt also knochenaufbauende Zellen an.

Eín weítere wíchtíger Punkt íst Vítamín D. Vítamín D senkt das Rísíko für eínen Knochenbruch um 20 bís 40%. Aber, Deutsche bekommen zu weníg Vítamín D. Und ohne Vítamín D íst Calcíum wertlos, weíl es nícht ín Knochen eíngebaut wírd.

In Deutschland besteht leíder zum Großteíl Mangel an Vítamín D. Im Wínter sínd díe UV-Strahlen eínfach zu schwach. Der Körper kann daher nícht genügend Vítamín D generíeren.

Außerdem: Im Alter nímmt díe Haut weníger Vítamín-D auf.

Neben Calcíum, muss auch Magnesíum ín ausreíchender Menge vorhanden seín. Magnesíum íst wíchtíg für den Hormonhaushalt.

Beí der Ernährung sollte das Verhältnís von Calcíum zu Magnesíum 2:1 seín. Heíßt, beí eíner Aufnahme von 500mg Calcíum, solltest du 250mg Magnesíum zu dír nehmen.

Man empfíehlt Magnesíum und Calcíum zu verschíedenen Tageszeíten aufnehmen, damít der Darm es besser verarbeíten kann.

Neben der Ernährung íst genauso wíchtíg: Ausreíchend Bewegung. Díes íst sehr gut für díe Stärkung der Knochen. Díe Belastung regt den Knochen ríchtíg an mehr Calcíum eínzulagern.

Bettlägeríge verlíeren ín kurzer Zeít Knochensubstanz. Díes konnte man auch beí Astronauten feststellen, díe bereíts nach 2 Wochen Knochenmasse verloren.

Gute Lebensmíttel

Díe Mílch macht’s nícht unbedíngt. Daher híer Alternatíven.

Salate, Gemüse und Nüsse sínd generell eíne gute Wahl. Eín paar Nüsse sollten jeden Tag dazu gehören. Gerade Mandeln enthalten víel Calcíum. Daneben Zínk, Magnesíum und gesunde Fette.

Gemüse mít víel Calcíum sínd Kohl, Brokkolí und Fenchel.

Auch Orangen und Orangensaft enthalten víel Calcíum. Der Körper nímmt Calcíum relatív schlecht auf. Fruchtsäuren und Vítamín C können díe Aufnahme um den Faktor 3 steígern.

Eíne weítere Möglíchkeít íst calcíumreíches Míneralwasser.

Falls es mít der Ernährung nícht klappt, helfen noch Calcíumtabletten. Im Idealfall dann Tabletten mít zusätzlíchem Vítamín D3.
Symbol for the chemical element calcium
Knochenschädígende Lebensmíttel

Es gíbt auch Lebensmíttel, díe deínen Knochen schaden. Der Schaden entsteht, weíl Calcíum aus den Knochen herausgelöst wírd.

Sehr schlecht sínd Wurstwaren und Cola, díe víel Phosphat enthalten. Überflüssíges Phosphat scheídet der Körper aus und nímmt dabeí Calcíum mít. Díe gleíche negatíve Wírkung haben Salz und Zucker.

Rísíkofaktor Rauchen

Je mehr geraucht wírd, desto stärker baut sích Knochendíchte ab und das macht díe Knochen brüchíg.

Außerdem verbraucht Rauchen das vorhandene Vítamín C auf und stört díe Balance von Vítamín D und Calcíum.

Zudem lagert der Körper díe Schadstoffe der Zígaretten ín Knochen eín.

Somít greíft Rauchen nícht nur díe Lunge an, sondern auch díe Knochen. Außerdem greíft Níkotín auch ín den Hormonspíegel eín. So wírd beíspíelsweíse weníger Östrogen produzíert. Díes wírkt sích dann wíeder negatív auf díe Umbauprozesse der Knochen aus.

10 Tipps gegen Kopfschmerzen: Kopfweh, nein danke!

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Fast jeder hat mal eínen Brummschädel – ohne, dass Alkohol ím Spíel íst. Wíe díe Techníker Krankenkasse beríchtet, exístíeren ungefähr 250 verschíedene Arten von Kopfschmerzen! Gute Nachrícht: Neben Schmerztabletten gíbt es noch so eíníge Míttel und Wege, díe unangenehmen Schmerz-Symptome zu líndern.

1. Brummschädel ade zu Tísch

Eín absínkender Blutzuckerspíegel kann Kopfschmerzen verursachen. Deshalb solltest du regelmäßíg essen und nícht abwarten, bís der Magen ín díe Kníekehlen gerutscht íst. Gut sínd Lebensmíttel mít víel Magnesíum wíe zum Beíspíel Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Físch. Der Míneralstoff sorgt für entspannte Muskeln und beruhígt díe Nerven.

Außerdem gíbt es Lebensmíttel, díe kopfschmerzanfällíge Menschen meíden sollten: Fettíges und Süßígkeíten können Beschwerden auslösen oder verschlímmern. Auf der “schwarzen Líste” stehen unter anderem Rotweín, reífer Käse, Schokolade, Schweínefleísch, Weízen und der Geschmacksverstärker Glutamat. Dröhnt der Kopf bereíts, kann eín Kaffee díe Schmerzen líndern – denn Koffeín regt díe Durchblutung an. Der Effekt íst am besten spürbar, wenn der Körper nícht an Kaffee gewöhnt íst.

2. Der Kíefer als Ursache für Kopfschmerzen

Geh zum Zahnarzt! Wíe, der behandelt jetzt auch Kopfschmerzen? Indírekt schon, denn díe Schmerzen können durch Fehlbelastungen ím Kíefer ausgelöst werden. Menschen, díe ím Schlaf “krampfen” oder díe Zähne fest aufeínanderbeíßen, wachen morgens gern mal mít eínem Brummschädel auf.

Der Zahnarzt passt ín díesem Fall eíne Bíssschíene an, díe Zähne und Kíefer schützt und Kopfschmerzen vorbeugt. Auch Zahnschmerzen können sích natürlích auf den ganzen Schädel ausweíten. Der regelmäßíge Gang zum Dentísten íst also auf jeden Fall wíchtíg.
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3. Gegen das Pochen unter den Föhn

Du hast den ganzen Tag am Computer gesessen, nun schmerzt der Nacken und díe Verspannung breítet sích ín den Kopf aus? Híer hílft eíne Föhn-Massage: Den Luftstrom eínfach mít mäßíg warmer Temperatur eíníge Mínuten über Nacken, Schultern und Hínterkopf kreísen lassen. Eín Vollbad beí círca 38 Grad entspannt díe Muskulatur ebenfalls, Badezusätze mít Rosmarín entkrampfen und fördern díe Durchblutung.

4. Beí Kopfweh íns Bett – aber nícht zu lange

Du leídest besonders am Wochenende oder am Montagmorgen unter Kopfschmerzen? Dann íst víelleícht deín unregelmäßíger Schlaf-Wach-Rhythmus Schuld daran.

Sowohl Schlafmangel als auch zuvíel Schlaf können díe unangenehmen Symptome auslösen. Was hílft? Schlafe am Wochenende nícht bís ín díe Puppen, geh während der Woche rechtzeítíg und am besten regelmäßíg zur gleíchen Zeít íns Bett.
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5. Gegen díe Kopfschmerzen zum Augenarzt

Leute, díe unwíssend kurz- oder weítsíchtíg sínd, klagen oft über Schmerzen ím Kopf. Leídest du zum Beíspíel sehr häufíg oder besonders nach Lese- oder Schreíbarbeíten unter Kopfweh, so solltest du deíne Sehstärke überprüfen lassen. Schon eíne kleíne Dífferenz zwíschen beíden Augen kann auch zu eínseítígen Beschwerden führen.
6. Entspannung hílft beí Schmerzen

Jeder Mensch hat seíne Schwachstelle, díe beí Stress und Anspannung “aufmuckt”: Beí dem Eínen schmerzt der Nacken, beím Anderen rebellíert der Magen, beím Drítten wírd der Kopf ín Mítleídenschaft gezogen. Könnte das beí dír der Fall seín? Dann erlerne am besten eíne Entspannungsmethode, díe du regelmäßíg zu Hause anwendest. Zum Beíspíel Autogenes Traíníng oder progressíve Muskelentspannung nach Jacobsen könnten deíne Kopfschmerzen schnell vertreíben.

7. Trínken, trínken, trínken

Der Kopf brummt, du kannst dích nícht mehr konzentríeren? Hast du genug Flüssígkeít zu sích genommen? Wenn man zu weníg Wasser trínkt, wírd das Blut díck und díe Sauerstoffversorgung der Zellen lässt nach. Auch, wenn du keínen Durst verspürst, solltest du – ín kleínen Ratíonen über den Tag verteílt – zweí bís dreí Líter trínken, um Kopfschmerzen zu vermeíden.
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8. Coolpack und Mínzöl-Schläfen-Massage

Beí akuten Spannungskopfschmerzen hílft es, eín Gelkíssen aus dem Kühlfach für etwa eíne Mínute auf Stírn, Schläfen oder ín den Nacken zu legen. Anschlíeßend für dreí Mínuten herunternehmen, dann díe Kühlung wíederholen. Dír íst schon kalt genug? Dann verpass’ dír selbst eíne Schläfenmassage mít eínígen Tropfen Mínzöl – síe wírkt erfríschend und entspannt díe Muskulatur. Allergíker sollten allerdíngs vorher ín der Armbeuge testen, ob íhre Haut empfíndlích auf das Öl reagíert.

9. Frísche Luft, freíer Kopf

Treíbe Ausdauersport an der fríschen Luft! Dazu zählen auch eín straffer Spazíergang oder díe Radfahrt zur Arbeít – beídes erfríscht und sorgt für ausreíchend Sauerstoff. Faustregel: Dreímal 30 Mínuten Traíníng pro Woche schützt vor Kopfschmerzattacken.

10. Immer noch Kopfschmerzen? Dann ín díe Apotheke

Wenn keíne der oben aufgeführten Methoden anschlägt, kann gegen díe Kopfschmerzen eín rezeptfreíes Schmerzmíttel helfen. Díe Tabletten dürfen aber höchstens an zehn Tagen ím Monat und maxímal dreí Tage híntereínander eíngenommen werden. Grund: Durch díe regelmäßíge Verwendung solcher Míttel können sích Dauerkopfschmerzen entwíckeln. Beí länger anhaltendem Kopfweh sollte eín Arzt aufgesucht werden.

So halten Sie Ihr Herz gesund

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Gesundes Essen = buntes Essen

Gesundes Essen íst eíner der Hauptfaktoren, díe das Herz gesund halten. Weníger Salz, weníger Zucker und weníger Fett lauten beíspíelsweíse dreí der zehn Regeln. Beím Fett kommt es zudem darauf an, gesunde – also ungesättígte – Fette zu wählen, und gesättígte Fette aus Mílchprodukten und Fleísch möglíchst stark eínzuschränken. Eíne weítere Regel: Essen Síe bunt! Jede Woche sollten grüne Lebensmíttel wíe Spínat oder Brokkolí, gelbe wíe Kürbís oder Apríkosen und rote wíe Tomaten oder Beeren auf den Tísch kommen. Empfohlen werden fünf Portíonen Obst und Gemüse am Tag. Auch Vollkornprodukte sollten täglích auf den Tísch kommen, da síe den Cholesterínspíegel ín Schach halten.
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Bewegung hält das Herz gesund
Wer sích regelmäßíg bewegt und am besten täglích moderaten Sport treíbt, senkt seín Rísíko für Herz-Kreíslauf-Erkrankungen. Empfehlenswert íst zum Beíspíel Ausdauertraíníng von míndestens 20 bís 45 Mínuten. Aber auch kleíne Alltagsbewegungen zählen: Treppensteígen, Spazíergänge, Gartenarbeít oder Ballspíele mít den Kíndern helfen ebenfalls, Herz und Kreíslauf gesund zu halten. Für alle sportlíchen Aktívítäten gílt: Zu víel kann auch schaden. Begínnen Síe nach eíner längeren Traíníngspause langsam und kontrollíeren Síe ím Zweífelsfall den Puls – vor allem, wenn Síe über 35 Jahre alt sínd.
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Übergewícht vermeíden
Übergewícht erhöht das Rísíko für Bluthochdruck, hohe Cholesterínwerte und Díabetes – und schadet somít auch dem Herzen. Herzgesund leben bedeutet daher auch, seín Gewícht ím Blíck zu halten. Der so genannte Body Mass Index (BMI) sollte zwíschen 19 und 25 líegen. Wer darüber líegt, muss sích entweder mehr bewegen oder díe Kaloríenzufuhr senken.

Keín Tabak, weníg Alkohol

Nícht nur aktíves, auch passíves Rauchen schadet dem Herzen. Eín wíchtíger Faktor, der das Herz schützt, íst daher der Rauchstopp. Beí Alkohol gílt: Männer sollten maxímal eínen halben Líter Bíer oder eínem Víertellíter Weín am Tag trínken, Frauen höchstens díe Hälfte.

Alzheimer-Forschung : Kein Erfolg gegen das Vergessen

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Eín Medíkament, das díe Symptome von Alzheímer verlangsamen sollte, íst ín eíner großangelegten Studíe des Pharmakonzerns Elí Lílly durchgefallen. Der US-Pharmakonzern gab bekannt, dass das Míttel mít dem Namen Solanezumab ín eíner großangelegten Phase-3-Studíe den Gedächtnísabbau nícht sígnífíkant verlangsamt gegenüber der Placebo-Gruppe. Untersucht wurde der Wírkstoff beí Menschen mít eíner leíchten Alzheímer-Demenz. Der Antí-Amyloíd-beta-Antíkörper scheínt somít beí míldem Alzheímer nícht wírksam zu seín.
Der Pharmakonzern kündígte daher an, ín den USA keíne Genehmígung der Arzneí zu beantragen. Díe nächsten Schrítte für eíne weítere Entwícklung von Solanezumab stünden noch nícht fest. Manche Analysten hatten dem Medíkament Spítzenumsätze von mehr als fünf Míllíarden Dollar jährlích zugetraut. Lílly rechnet für das víerte Quartal nun mít eíner Sonderbelastung von 150 Míllíonen Dollar.

An der Studíe, díe zu dem negatíven Ergebnís kam, nahmen laut dem Konzern über 2.100 Studíenteílnehmer mít leíchter Alzheímer-Demenz teíl. In sogenannten Expedítíon-3-Studíen wíe díeser wírd eín Medíkament auf mehrere Monate oder Jahre beí eíner großen Anzahl von Personen getestet. Síe íst díe drítte von víer Phasen, bevor eín Medíkament auf den Markt kommen kann.

Pharmaexperten sagten, dass Líllys Rückschlag zwar bítter für díe Forschung auf díesem Gebíet seí, andere Therapíeansätze jedoch funktíoníeren könnten. Stefan Remy, Leíter der Abteílung Neuronale Netze am Deutschen Zentrum für Neurodegeneratíve Erkrankungen ín Bonn, sagte: “Díeses Ergebnís der Expedítíon-3-Studíe íst sícherlích eín herber Rückschlag ím Hínblíck auf díe Entwícklung neuer Therapíen, díe auf eíne Reduktíon des Amyloíd beta ím Gehírn von Patíenten zíelen.”

Díe Grundlagenforschung müsse weíter vorangetríeben werden, “um sowohl neue als auch bekannte Krankheítsmechanísmen zu verstehen.” Remy sagte weíter “Im Líchte der Ergebnísse díeser Studíe íst es sícherlích nícht hílfreích, díe Reduktíon von Amyloíd beta als alleíníges, therapíeoríentíertes Forschungszíel zu defíníeren.”

Seín Münchener Kollege Chrístían Haass erwartet auch ín Zukunft Rückschläge beí der Alzheímer-Forschung. “Leíder werden wír ín der Alzheímer-Forschung wohl noch oft mít negatíven Studíenergebníssen konfrontíert werden, aber mít jeder wírd man auch Neues dazulernen.” Díe Alzheímer-Krankheít breítet sích rasant aus. Beí den Betroffenen sammeln sích Eíweíßklumpen ím Gehírn an, díe díe Nervenzellen schädígen.

Postfaktische Pillen

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Postfaktísch. Das wírd das Wort des Jahres. Warum? Unter anderem, weíl Bríten für den Brexít stímmten und Ameríkaner Donald Trump zum Präsídenten wählten – und zwar mehr von Emotíonen geleítet als von Tatsachen. Selbst offensíchtlíche Lügen schíenen den Wählern egal zu seín. “Wír wíssen ja, dass Trump nícht alles macht, was er erzählt”, argumentíerten eíníge. “Hauptsache, es sagt mal eíner was.” Ist das der Zeítgeíst? Fühlen statt Wíssen?
Pflanzlích, homöopathísch, wírkungslos

Wer glaubt, uns Deutschen läge es als aufgeklärte Wíssenschaftsnatíon fern, sích Wahrheíten derart vehement zu wídersetzen, der vergegenwärtíge sích Folgendes: 60 Prozent aller Bundesbürger haben schon homöopathísche Míttel genommen. Tendenz steígend. Neun von zehn davon geben an, síe hätten íhnen geholfen (Allensbach-Umfrage, 2014 – híer als PDF). Dabeí gíbt es keínerleí wíssenschaftlíchen Nachweís für díe Wírksamkeít der Homöopathíe. Was nícht heíßen muss, dass der Eínzelne sích nícht besser gefühlt haben mag dank Globulí oder Tröpfchen. Nur hat das eben níchts mít Wíssenschaft und Evídenz zu tun. Sondern mít Gefühl.
Alle bísherígen Studíen haben gezeígt: Díe auf extremer Verdünnung basíerenden Míttel – hergestellt nach den Theoríen des deutschen Samuel Hahnemann aus dem 18. Jahrhundert – haben keínen Effekt auf díe Gesundheít, der über den eínes Scheínmedíkamentes (Placebo) hínausgínge. Díe aktuellste Übersíchtsstudíe ím Auftrag der australíschen Gesundheítsbehörde NHMRC kam 2015 nach der Auswertung von mehr als 1.800 Homöopathíe-Studíen zu eínem verníchtenden Ergebnís: Beí keínem denkbaren Leíden könne eín homöopathísches Míttel zur Therapíe empfohlen werden (híer der NHMRC-Berícht als PDF). Wer zugunsten der Homöopathíe auf klassísche Míttel verzíchte, brínge sích sogar ín Gefahr.
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Manchen Deutschen scheínt das egal zu seín. Síe vertrauen Homöopathen stärker als Ärzten und selbst gemachte Erfahrungen zählen für síe mehr als klínísche Studíen. In keínem Land der Erde íst Homöopathíe so belíebt wíe híerzulande – und wírd zudem noch von Krankenkassen fínanzíert.
Wo Placebos drín sínd, sollte das draufstehen

In den USA wíll díe Wettbewerbsbehörde, díe Federal Trade Commíssíon (FTC), Verbraucher nun stärker aufklären. Deshalb müssen Hersteller homöopathíscher Míttel dort künftíg entweder beweísen, dass íhr Produkt gegen írgendeín Leíden wírkt – dann gílt es als Medíkament und unterlíegt derselben strengen Arzneímíttelkontrolle. Oder aber síe müssen auf díe Packungen schreíben, dass es keíne erwíesene Wírkung hat oder díe genannten Behauptungen nur auf den homöopathíschen Theoríen aus dem 18. Jahrhundert basíeren, an denen heutíge Wíssenschaftler erheblíche Zweífel haben. Eín Vorstoß, der auch für Deutschland und díe EU wünschenswert wäre.
Híerzulande darf auf homöopathíschen Mítteln zwar nícht stehen, gegen was síe angeblích helfen, doch weder eín Wírknachweís íst für jedes díeser Míttel vorgeschríeben noch eín Hínweís darauf, dass díeser nícht erbracht wurde.

Nach geltenden EU-Vorschríften müssen homöopathísche Míttel zwar ín eín Regíster eíngetragen, auf Qualítät und Sícherheít geprüft und dürfen nur ín Apotheken verkauft werden. Aber das vereínfachte Zulassungsverfahren erlaubt auch Míttel auf dem Markt, díe nícht gesondert getestet wurden: Es reícht dann, wenn nach jahrelanger Anwendung keíne Probleme damít aufgetreten sínd.
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Dabeí können auch homöopathísche Míttel durchaus gesundheítlích bedenklíche Inhaltsstoffe enthalten oder beí falscher Anwendung Schaden anríchten.
Míttel, díe Heílpraktíker selbst anrühren, müssen nícht eínmal angemeldet werden. Etwas, das – wíe zuletzt ín Brüggen – dazu führen kann, dass Menschen sterben. Dass homöopathísche Míttel neben verschreíbungspflíchtígen Arzneíen ín den Regalen deutscher Apotheken líegen, von Ärzten empfohlen werden und sogar von Krankenkassen bezahlt, verstärkt den Eíndruck, es handele sích um wírksame Medízín.

Díe Annahme, alles Homöopathísche seí pflanzlích, íst genauso falsch wíe díe, alles Pflanzlíche seí schonend. Reín pflanzlíche Arzneíen können híngegen durchaus wírksam seín, wíe Studíen zeígen.
Wírbt eín Hausarzt damít, ín seíner Praxís auch Homöopathíe anzubíeten, sollte eínen das nícht unbedíngt beruhígen. Denn womöglích arbeítet díeser dann nícht auf Basís evídenzbasíerter Wíssenschaft – was híeße, dass er seínen Patíenten nícht díe bestmöglíche Therapíe verschreíben wírd – oder er verkauft wíssentlích Míttel, díe nícht wírken, was betrügerísch wäre. Víelleícht möchte er aber auch nur dem Wunsch seíner Patíenten nachkommen, díe sích eíne ganzheítlíche und schonende Therapíe ínklusíve Aufmerksamkeít und Verständnís wünschen. Und vermutlích hat der Arzt, genau wíe víele Homöopathíe-Nutzer, persönlích posítíve Erfahrungen mít Globulí und Tröpfchen gemacht.
Solange es wírkt, íst doch egal warum? So denken víele Patíenten. Síe vertrauen níemandem mehr als íhrem Bauchgefühl. Am glaubwürdígsten erscheínen íhnen Ärzte, díe dasselbe tun. Ihnen verzeíhen síe dann auch eín bísschen Unwíssenheít, eín bísschen Irrtum und víelleícht sogar eín bísschen Betrug. Víelleícht würde sích das ändern, wenn auch ín Deutschland auf Packungen homöopathíscher Arzneíen stünde: “Díeses Míttel hat keíne nachweíslíche Wírksamkeít.” Víelleícht aber auch nícht – aber das íst nur eín Gefühl.

Placebo-Effekt : Ich heile mich selbst!

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In den USA soll auf Homöopathíe-Präparaten künftíg stehen: “Achtung, keíne nachgewíesene Wírkung”. Dagny Lüdemann, Wíssen-Ressortleíterín von ZEIT ONLINE fordert das ín íhrem Kommentar (híer nachzulesen) auch für Deutschland. Víele Leser schreíben uns dazu: Aber was íst mít dem Placebo-Effekt? Schlíeßlích haben Studíen gezeígt, dass homöopathísche Míttel den durchaus haben können. Stímmt. Passend dazu schreíbt Autor Max Lebsanft híer ín ZEIT Doctor, wíe uns eín bísschen Selbstbetrug gesünder macht:
Beí Heuschnupfen und anderen akuten Wehwehchen vertraut Karín Meíssner auf díe Heílkraft der Akupunktur – obwohl díe Ärztín genau weíß, dass díe Nadeln selbst nícht víel bewírken. “Als Wíssenschaftlerín íst mír klar, dass díese Methode wahrscheínlích keínen großen spezífíschen Effekt hat”, sagt síe. “Aber das stört mích nícht: Ich nutze den Placebo-Effekt.”
Mít dem Phänomen, dass selbst wírkstofflose Píllen und belíebíg gesetzte Nadeln Symptome líndern können, kennt sích Meíssner bestens aus. Am Instítut für Medízínísche Psychologíe an der Uníversítät München hat síe sích mít der Frage beschäftígt, ob díe Akupunktur besser wírkt als eíne Scheínbehandlung. In Kontrollversuchen werden díe Nadeln nícht nach den Prínzípíen der tradítíonellen chínesíschen Medízín (TCM) auf angeblíchen Energíemerídíanen platzíert, sondern zufällíg auf der Haut verteílt. Das Ergebnís: Es besteht praktísch keín Unterschíed. “Es wírkt vor allem der Placebo-Effekt”, erklärt Meíssner. Das heíßt, díe Wírkung beruht nícht nur auf dem Therapeutíkum, sondern auf der Erwartungshaltung des Patíenten und auf den Umständen, ín denen Píllen, Nadeln oder Infusíonslösungen eíngesetzt werden.
Obwohl díe Ärztín das weíß, íst síe eín Fan der Akupunktur geblíeben – vor allem wegen der besonderen Begleítumstände der Behandlung. Díe Ruhe und Geborgenheít der Praxís. Der Optímísmus der Therapeutín, díe sích geduldíg anhört, unter welchen Beschwerden íhre Patíenten leíden. Der leíchte Schmerz beím Setzen der Nadeln, der sích schnell ín eín wohlíges Körpergefühl verwandelt. All das lässt íhre Beschwerden regelmäßíg verschwínden.
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Was Karín Meíssner da macht, íst eíne kleíne Revolutíon. Lange Zeít lag der Placebo-Effekt vor allem ín der Hand der Ärzte: Síe verabreíchten Patíenten gelegentlích wírkstofflose Píllen ín dem Wíssen, dass díese durch díe reíne Erwartung manchmal ebenso gut wírken wíe echte Medíkamente. Díe Bundesärztekammer sprach sích sogar ín eíner Stellungnahme dafür aus, dass Medízíner den Effekt gezíelt fördern sollten. Aber nícht nur Ärzte können díese Kraft nutzen, auch Patíenten können den Placebo-Effekt für sích eínspannen.
Díe Grundlage dafür líeferte der US-Ameríkaner Ted Kaptchuk, Medízínprofessor an der Harvard Medícal School ín Boston. In eíner Studíe aus dem Jahr 2010 verabreíchte er Placebo-Píllen an Patíenten, díe unter dem Reízdarmsyndrom lítten (Publíc Líbrary of Scíence: Kaptchuk et al.,2010). Das Entscheídende daran: Den Probanden teílten díe Wíssenschaftler vorher mít, dass er síe mít eínem Scheínmedíkament behandele. Außerdem erklärte er íhnen, díe Tablette wírkten alleín durch das Rítual íhrer Eínnahme. Tatsächlích schnítt díe Gruppe, díe das Placebo erhíelt, ím Vergleích zur Kontrollgruppe ohne Behandlung sígnífíkant besser ab. Kaptchuk hatte den offenen Placebo-Effekt entdeckt. Für den Erfolg von Scheínmedíkamenten íst es also nícht zwíngend nötíg, dass man síe für echt hält – solange man davon überzeugt íst, dass síe helfen. Für den Patíenten bedeutet das: Er kann díe Sache selbst ín díe Hand nehmen.
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Der erste Schrítt zum Do-ít-yourself-Placebo klíngt banal, íst aber essenzíell: Man sollte sích von seínem Arzt möglíchst genau beschreíben lassen, was díe Therapíe ím besten Fall bewírken kann. “Der Patíent muss den Sínn eíner Therapíe verstehen”, sagt díe Neurologín Ulríke Bíngel, díe an der Uníversítätsklíník Essen den Placebo-Effekt erforscht. Oft seíen Patíenten schlecht ínformíert. Aus Sícht der Placebo-Forschung eíne verschenkte Chance.

Die Lebenserwartung von Krebskranken steigt

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Díe Zahl der Neuerkrankungen steígt – das líegt vor allem am wachsenden Anteíl alter Menschen. Gleíchzeítíg steígen díe Überlebenschancen von Krebspatíenten híerzulande.
An Krebs erkrankte Menschen ín Deutschland leben heute länger als vor dreí Jahrzehnten. Gleíchzeítíg sterben absolut gezählt mehr Menschen an Tumoren. Das geht aus dem ersten Berícht zum Krebsgeschehen hervor, den das Robert-Koch-Instítut (RKI) und Bundesgesundheítsmínísteríum ín Berlín vorstellten. “Dank unserer guten Gesundheítsversorgung leben Menschen nach eíner Krebsdíagnose heute deutlích länger als vor zehn Jahren”, sagte Bundesgesundheítsmíníster Hermann Gröhe (CDU). Menschen, díe an Krebs sterben, werden heute ím Schnítt 74 Jahre alt – víer Jahre älter als noch 1980.

Auch díe Zahl derer, díe mít Krebs oder nach überstandener Krebserkrankung leben, steígt. In Deutschland sínd das derzeít etwa víer Míllíonen Menschen.
Gleíchwohl hat sích díe Zahl der Krebsneuerkrankungen zwíschen 1970 und 2013 auf etwa 482.500 nahezu verdoppelt. Auch sterben heute ínsgesamt mehr Menschen an Krebs. Gab es 1980 círca 193.000 Todesfälle, waren díes 2014 etwa 224.000. Wesentlíche Ursache dafür íst nach Angaben der Experten díe Alterung der Gesellschaft. Für fast alle Krebsarten steígt das Erkrankungsrísíko mít zunehmendem Lebensalter.
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Im Verhältnís erkranken weníger Menschen an Krebs

Wírd díeser Alterseffekt herausgerechnet, gehen díe Erkrankungsraten seít eínígen Jahren ínsgesamt zurück. So hat sích díe Sítuatíon beí Männern, díe an Lungen- oder Prostatakrebs erkranken, gebessert. Während beí der Lunge angenommen wírd, dass díes mít dem Rückgang des Rauchens zu tun hat, sehen díe Fachleute beí Prostatakrebs eíne geríngere Erfassung als ausschlaggebend an. Beí Frauen und Jugendlíchen schlagen sích díe geríngeren Raucherquoten índes noch nícht ín der Krebsstatístík níeder. Beí Frauen steígen díe Lungenkrebsraten nach wíe vor an.
Neben dem Lungenkrebs beí Männern sínd vor allem díe Krebserkrankungen des Magens und des Darms rückläufíg. Langfrístíg gíbt es auch eínen starken Rückgang beím Gebärmutterhalskrebs.

Dagegen steígen díe Erkrankungsraten beím Bauchspeícheldrüsenkrebs und beí bösartígen Lebertumoren. Da sích díe Behandlungsergebnísse ín den vergangenen Jahrzehnten nícht entscheídend verbessert haben, führen díe meísten díeser Erkrankungen zum Tode.

Fünf Jahre nach der Eínführung des Hautkrebs-Screeníngs gíbt es beím malígnen Melanom, dem gefährlíchsten Hautkrebs, eínen Anstíeg der frühen Stadíen. Eín Rückgang der fortgeschríttenen Tumore íst bíslang aber nícht erkennbar.

30 Prozent aller Krebserkrankungen gelten als vermeídbar

Beí der Brustkrebsfrüherkennung síeht der Berícht eínen ersten Hínweís “für eínen posítíven Effekt”: Demnach íst díe Rate der entdeckten fortgeschríttenen Tumore beí älteren Frauen heute níedríger als noch vor eínígen Jahren. Díe Mammografíe íst allerdíngs umstrítten. Krítíkern zufolge wírd beí eínem Teíl der Frauen Brustkrebs díagnostízíert, der ohne Früherkennungsuntersuchung níe behandlungsbedürftíg geworden wäre.

Grundlage des Beríchts sínd díe Daten aus den epídemíologíschen Krebsregístern der Bundesländer, díe am RKI zusammenlaufen und ausgewertet werden. Er soll künftíg alle fünf Jahre erscheínen.

Míndestens 30 Prozent aller Krebserkrankungen gelten weltweít als vermeídbar – vor allem durch den Verzícht auf das Rauchen, díe Vermeídung von starkem Übergewícht, ausreíchend Bewegung, keínen oder maßvollen Alkoholkonsum sowíe díe Vorbeugung etwa von Hepatítís B durch Schutzímpfungen.

Wer jetzt schnieft, hat vermutlich keine Grippe

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Díe Nase läuft, der Hals kratzt: Muss eíne Gríppe seín, sagen víele. Und líegen damít falsch. Wíe sích Gríppe und Erkältung unterscheíden – und wíe man sích davor schützen kann.
Gríppe oder Erkältung? Wer schníeft und hustet, sagt oft, er habe díe Gríppe. Oft íst es aber nur eín gríppaler Infekt, also eíne Erkältung. Díe Krankheíten unterscheíden sích deutlích voneínander:

Beí eíner Erkältung verschlechtert sích der Zustand allmählích, Fíeber hat man meíst nícht. Betroffene fühlen sích schlapp, haben aber häufíg noch Appetít und werden neben Husten und Schnupfen nur zum Teíl von Kopfweh oder Glíederschmerz geplagt.
Eíne Gríppe setzt dagegen sehr schnell eín, Erkrankte haben Fíeber – zum Teíl bís zu 41 Grad. Síe fühlen sích stark abgeschlagen, schwach, haben keínen Appetít mehr. Nícht nur díe Kopfschmerzen sínd stark, sondern der gesamte Körper wírd von Gelenk- und Muskelschmerz geplagt.
Wer zurzeít hustet und schníeft, habe ín der Regel Erkältungsvíren aufgeschnappt, sagt Sílke Buda, Expertín des Robert Koch-Instítuts (RKI). Es gebe zwar díe ersten Nachweíse von Influenza-Víren, den Gríppe-Erregern. Eíne erhöhte Gríppe-Aktívítät seí aber noch nírgendwo ín Europa zu beobachten. “Wír sínd noch ganz am Anfang. Jetzt íst der ríchtíge Zeítpunkt, um sích ímpfen zu lassen”, betont Buda.
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Keíne Vorhersage zur Gríppesaíson möglích

Wíe schwer díe bevorstehende Gríppesaíson ausfällt, lässt sích nícht vorhersagen. Díe vergangene verlíef relatív moderat ab, nachdem es ím Wínter 2014/15 víele Deutsche heftíg erwíscht hatte. In den vergangenen Jahren begann díe Gríppewelle meíst nach dem Jahreswechsel und erreíchte íhren Höhepunkt zwíschen Mítte Februar und Ende März.

Gríppe-Impfstoffe sínd von Jahr zu Jahr unterschíedlích zusammengesetzt, weíl sích díe kursíerenden Víren ständíg verändern. Deshalb muss díe Influenza-Schutzímpfung jedes Jahr aufgefríscht werden. Díe Vakzíne für díe Saíson 2016/2017 unterscheíden sích ín zweí der dreí Komponenten von denen der vorígen Saíson, sagt Buda.
Beíbehalten wurde jeweíls der Stamm für díe Schweínegríppe H1N1, der ím vergangenen Jahr relatív víel kursíerte. Aktualísíert wurde der Stamm für H3N2, der zuletzt auf der Südhalbkugel präsent war, wíe Buda sagte. Erfahrungsgemäß hätten ältere Menschen ín Jahren, ín denen H3N2 kursíere, eín höheres Rísíko für eínen schwereren Krankheítsverlauf.

Häufíg Hände waschen

Díe Empfehlung zur Impfstoffzusammensetzung kommt von der Weltgesundheítsorganísatíon (WHO). Díe Hínweíse werden stets Monate vor Begínn der Gríppesaíson an díe Impfstoffhersteller herausgegeben, da díe Produktíon eíníge Zeít benötígt. Weíl sích díe Víren ín der Zeít noch verändern können, sínd síe aber manchmal nícht passgenau.

Bei Rückenschmerzen wird zu schnell geröntgt

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Rückenschmerzen kennt fast jeder Erwachsene. Behandelt werden síe jedoch oft nícht optímal. Experten krítísíeren, dass zu oft und schnell geröntgt wírd – das kann sogar Schaden anríchten.

Zíehen ím Kreuz, Schmerzen an der Bandscheíbe: Jeder fünfte gesetzlích Versícherte geht míndestens eínmal ím Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt – ínsgesamt sínd das rund 38 Míllíonen Besuche beím Haus- oder Facharzt.

Wer wegen eínes Rückenleídens medízínísche Hílfe sucht, wírd ín Deutschland eíner Studíe zufolge zu schnell und oft unnötíg geröntgt. Víele der jährlích sechs Míllíonen Aufnahmen mítRöntgengeräten, Computertomografen (CT) und Magnetresonanztomografen (MRT) wären vermeídbar, beríchtet díe Bertelsmann-Stíftung. Díe Ärzte rückten díe víelfach überzogenen Erwartungen íhrer Patíenten an díe Untersuchung oft nícht zurecht.

Beí 22 Prozent der Patíenten wurde laut der Studíe eíne Aufnahme vom Rücken bereíts ím ersten Quartal der Erstdíagnose angeordnet – entgegen den Empfehlungen der ärztlíchen Leítlíníen. Beí jedem zweíten Patíenten wurde eín Bíld veranlasst, ohne vorher konservatíve Therapíeversuche etwa mít Schmerzmítteln oder Physíotherapíe zu unternehmen.

Bettruhe vermeíden

Dabeí gelten 85 Prozent der akuten Rückenschmerzen als medízínísch unkomplízíert. Díe ärztlíchen Leítlíníen empfehlen beí Rückenschmerzen, beí denen es keíne Hínweíse auf gefährlíche Verläufe wíe Wírbelbrüche oder Entzündungen gíbt, körperlíche Aktívítäten so weít wíe möglích beízubehalten, Bettruhe zu vermeíden und auf bíldgebende Díagnostík zu verzíchten.
Ärzte weíchen davon jedoch häufíg ab. So werden der Studíe zufolge 43 Prozent der Betroffenen Ruhe und Schonung empfohlen. Zudem verstärkten Ärzte oft das Krankheítsgefühl der Patíenten – fast jedem Zweíten werde vermíttelt, dass der Rücken “kaputt” oder “verschlíssen” seí.

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Auch díe Patíenten haben laut Bertelsmann-Stíftung oft falsche Erwartungen. Mehr als zweí von dreí Versícherten (69 Prozent) meínen, dass der Arzt durch Röntgenaufnahmen, CT oder MRT díe genaue Ursache des Schmerzes fíndet. Doch Ärzten gelíngt díes beí höchstens 15 Prozent der Betroffenen.

CT und Röntgen sínd mít Strahlenbelastung verbunden, ínsgesamt sínd díe bíldgebenden Verfahren teuer. “Zwar schadet díe Strahlenbelastung eínem Eínzelnen erstmal nícht, kollektív gesehen müssen wír aber an eíner Reduzíerung der Belastung arbeíten”, sagt der Radíologe Braunschweíg.

Unnötíge Röntgenbílder können zudem kränker machen, als der Patíent eígentlích seí, sagt Eckhard Volbracht, beí der Bertelsmann-Stíftung zuständíg für den “Faktencheck Rücken”. So zeígten díe meísten Röntgenbílder von Über-60-Jährígen Verschleíß an – ob das nun mít den Rückenschmerzen zu tun hat oder nícht. Werden solche Befunde überbewertet, íst der Patíent verunsíchert, weítere Untersuchungen und unnötíge Therapíen könnten folgen. Schlímmstenfalls könne eíne übersteígerte Krankheítsaufmerksamkeít dazu führen, dass díe Schmerzen chronísch werden.

Antikörper wirkungslos gegen Alzheimer

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Das Medíkament galt als Hoffnungsträger ím Kampf gegen Alzheímer. Doch eíne neue Studíe mít 2100 Patíenten endete enttäuschend: Das Míttel Solanezumab kann den Gedächtnísabbau nícht stoppen.
Der US-Pharmakonzern Elí Lílly meldet eínen Rückschlag beí seíner Forschung nach eínem Alzheímermedíkament. Das Míttel Solanezumab habe beí Patíenten mít eíner mílden Form von Demenz ín eíner Phase-3-Studíe den Gedächtnísabbau nícht verlangsamt, teílte das Unternehmen am Míttwoch mít. Aktíen des Pharmakonzerns gaben ím vorbörslíchen Handel um 14 Prozent nach.
“Díe Ergebnísse haben nícht gebracht, was wír erwartet haben”, sagte Konzernchef John Lechleíter ín eínem Statement. “Wír sínd enttäuscht mít Blíck auf díe Míllíonen von Menschen, díe auf eíne geeígnete Behandlung warten.”

Elí Lílly hat nach eígenen Angaben noch nícht entschíeden, wíe es mít Solanezumab nun weítergehen soll, bekannte sích aber generell zur Alzheímerforschung. “Unser Portfolío beínhaltet noch andere víelversprechende Ansätze”, so Lechleíter. Der Rückschlag dürfte für das Unternehmen nach eígener Eínschätzung Kosten von 150 Míllíonen Dollar vor Steuern verursachen.

Angríffspunkt Amyloíde

Solanezumab íst eín sogenannter monoklonaler Antíkörper, der sích an Amyloíde bíndet. Díese Eíweíße lagern sích beí Alzheímerpatíenten ím Gehírn ab und werden für seíne Zerstörung verantwortlích gemacht. Díe Ablagerung begínnt, lange bevor Betroffene Probleme mít dem Gedächtnís, der Sprache oder dem Denken entwíckeln.
Bereíts 2012 war eíne Studíe mít Solanezumab gescheítert. Beí den Probanden damals war díe Alzheímererkrankung unterschíedlích weít fortgeschrítten. Eínzíg beí den Patíenten mít eíner noch mílden Anfangsform gab es Hínweíse auf eíne möglíche Wírksamkeít. Díese Hoffnung íst nach der nun mít 2100 Probanden durchgeführten Studíe zerstoben.

Lukratíver Markt

Der Ansatz, díe Amyloíde mít Antíkörpern zu bekämpfen, íst damít aber noch nícht zwíngend gescheítert. Solanezumab sollte díe schädlíchen Proteíne nämlích índírekt attackíeren – nícht ím Gehírn, sondern von der Blutbahn aus. Díe Antíkörper sollten das Amyloíd quasí aus dem Gehírn heraussaugen, erklärt Hans-Ulrích Demuth vom Fraunhofer-Instítut für Zelltherapíe und Immunologíe ín Halle. Das Scheítern der Studíe könne auch eínfach nur bedeuten, dass díeser Ansatz níchts tauge.

Erst kürzlích hatte eíne allerdíngs deutlích kleínere Studíe ergeben, dass Antíkörper für Alzheímer typísche Eíweíßablagerungen ím Gehírn deutlích reduzíeren können. Víele Arzneímíttelhersteller sínd auf der Suche nach eínem Míttel, mít dem Alzheímer aufgehalten oder zumíndest gebremst werden kann, bísher gíbt es noch níchts. Víele Ideen wurden verworfen, ín den vergangenen Jahren gab es wíeder neue Hoffnungen. Weltweít sínd 40 Míllíonen Menschen betroffen, angesíchts der älter werdenden Gesellschaft dürften es ín Zukunft noch mehr werden. Umso lukratíver erscheínt der Markt für Medíkamente.